Bewusste Ernährung – Teil 1
- 13. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Höre auf deinen Körper!
Ernährung ist ein sehr individueller Weg und nur du weißt, wie es sich anfühlt in deinem Körper zu leben. Niemand sonst spürt, wo es bei dir zwickt und zwackt, was deinem Körper ein wohlig warmes Gefühl gibt und wann es ihn sprichwörtlich zusammenzieht oder er einfach nur kotzen könnte. Unsere Körper sind sehr feine Antennen, die sofort anschlagen und uns ständig Feedback geben, für das wir allerdings meistens vollkommen taub sind.
Werden wir verfolgt, stellen sich uns die Nackenhaare auf, hören wir ein Knacken im finsteren Wald, halten wir den Atem an, freuen wir uns auf den Besuch unseres Enkelkindes, geht uns das Herz auf, sind wir frisch verliebt, laufen wir mit einem Dauergrinser herum. Unser Körper reagiert auf unsere Umwelt, auf unsere internen Gedanken und Gefühle sowie auf alles, was wir konsumieren – die Tageszeitung, das Schnitzerl, den Tratsch aus der Nachbarschaft, ein Bierchen… Wenn wir nicht gravierende Schmerzen oder ein wirklich störendes gesundheitliches Problem haben, schenken wir dem Wunderwerk Körper kaum Beachtung. Der hat zu funktionieren, ganz egal, wie schlecht wir ihn behandeln. Die feineren Nuancen, die leisen Hinweise, die sachten Warnsignalen unseres Körpers gehen im stressigen Alltag zumeist unter. Wir haben verlernt die Sprache des Körpers zu verstehen.

Das Internet geht über mit gut gemeinten Ratschlägen und diktatorischen Gesundheitsdogmas. Mann soll das, Frau muss dies, Baby muss so und so, Hund muss dies und das… Schon nach einer kurzen Zeit weiß man überhaupt nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Vermutlich ein Hinweis, dass der Körper jetzt gerne seine Ruhe hätte, denn dann kann man auf die Energie des eigenen Körpers eingehen. Wissen zu teilen ist natürlich wichtig und wir können sicherlich auch alle noch viel lernen, aber ist es eine gute Idee den eigenen Körper dabei zu überfahren?
Das Körper-Geist-Seelen-Gefüge ist eine fein abgestimmte Einheit, die beim modernen Homo sapiens allerdings alles andere als im Einklang ist. Wenn uns unsere innere Stimme sagt, iss mehr Grünzeug, folgen wir diesem Appell? Wenn wir so ein vages Gefühl haben, dass wir uns mehr bewegen sollten, hören wir dann darauf? Wenn der Körper aus dem letzten Loch pfeift, nehmen wir uns dann die dringend benötigte Auszeit?
Ernährung und Gesundheit sind eng miteinander verbunden. Was wir essen und wie wir leben ist ein Resultat unserer Erziehung, unserer Kultur, hängt davon ab, was unsere Vorfahren gegessen haben, in welcher Klimazone wir leben und welche persönlichen Vorlieben wir haben. Der Körper merkt sich schließlich alles. Ernährung ist beeinflusst von so vielen verschiedenen Faktoren und dein Körper weiß ganz genau, welche Faktoren ihn beeinflusst haben auch wenn du es intellektuell nicht verstehst.
Es ist wichtig den Körper in Balance zu halten, damit er gesund ist, aber im etwas aufzuzwingen, was jemand anderem guttut, ist wahrscheinlich nicht der richtige Weg zu mehr Wohlbefinden und Gesundheit. Oftmals glauben wir auch, mit Betonung auf glauben, dass wir etwas brauchen, obwohl es dem Körper schadet, was er uns durch Sodbrennen und Magendruck verdeutlicht. Dann ist zu überlegen, ob es eine schlechte Angewohnheit oder die Flucht vor uns selbst ist. Sind wir süchtig nach dem Dopaminrausch, den uns die fettige Pizza ermöglicht? Ist diese Pizza wirklich überlebensnotwendig? Mutter Natur hat solche Köstlichkeiten auf jeden Fall nicht im Sortiment. Natürlich haben wir alle mal einen schlechten Tag, den wir einfach vergessen wollen und mit einer Triple Chocolate Cake im Magen versenken. Solange wir diese Dinge nicht aus Vermeidung oder zu häufig machen, kann der Körper damit umgehen. Wird Essen aber zur Sucht bzw. zur Flucht vorm eigenen Schatten, dann kann der Schatten nie transformiert werden und wird den Körper gemeinsam mit unseren schädlichen Essgewohnheiten krank machen. Unverdautes, egal ob nicht gefühlte, unangenehme Emotionen oder Essensrückstände im Darm, schaden unserem Wohlbefinden auf allen Ebenen.
Ernährung ist etwas ganz Persönliches und den Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden, kann dir nur dein Körper-Geist-Seelen-Gefüge weisen. Das Zitat von Juvenal "Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper" zeigt auf, dass Physis und Psyche eng verwoben sind und sich gegenseitig beeinflussen. Was tust du für deinen Körper? Unsere Körper tun schließlich sehr viel für uns.
Wie immer freue ich mich über eure Kommentare und wünsche euch alles Gute auf eurem Lebensweg. NAMASTE!






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