Loslassen
- 6. März
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Aktualisiert: 7. März
Das Thema des Loslassens findet man immer wieder, wenn man sich für Psychologie oder Spiritualität interessiert, aber was bedeutet es eigentlich Loszulassen und was sollte man denn so alles loslassen? Beim Loslassen geht es meistens darum hinderliche Glaubenssätze oder störende Verhaltensmuster loszulassen, emotionale Blockaden in Fluss zu bringen, sich aus einer toxischen Beziehung zu verabschieden oder von der Vergangenheit zu lösen. Natürlich ist es erleichternd sich von altem Ballast und unnützen Belastungen zu trennen, aber ist das schon alles, oder kann man noch mehr loslassen?

Aus spiritueller Sicht bedeutet Loslassen dem höheren Selbst die Führung zu überlassen. Da wird das Ego sehr, sehr nervös. Das wäre ja der totale Kontrollverlust für das Ego, oder? Wir werden nicht gerne kontrolliert, geben aber selbst ungern die Kontrolle aus der Hand. Auf dem Fluss des Lebens zu treiben, in Fluss zu sein, bedeutet Vertrauen zu haben. Beim Loslassen geht es also um Vertrauen. Das Vertrauen, dass die Seele den Lebensweg kennt und eine höhere, weitsichtigere Perspektive hat, als das gut alte Ego, und deswegen die größeren Zusammenhänge versteht, anders als das beschränkte Ego. Aus dieser Perspektive betrachtet, hätte doch die Seele eine bessere Idee davon, was gut für uns ist, nicht wahr?
Wenn man in Fluss ist, dann hält man nicht an Altem fest, klammert sich nicht krampfhaft an ersehnte Zukunftsvisionen oder versucht das Leben oder die Mitmenschen zu manipulieren bzw. zu kontrollieren. Tiere nehmen das Leben wie es kommt. Uns Menschen mit unserem schlauen Neokortex, der uns höhere kognitive Fähigkeiten wie Denken, Sprache, Logik, Planung oder komplexe Problemlösung ermöglicht, fällt es erst gar nicht ein das Ruder aus der Hand zu geben. Wir vertrauen nicht der göttlichen Weisheit in uns, unserer Intuition oder unserem Bauchgefühl. Macht es für das Ego keinen Sinn, dann schalten wir auf Durchzug und müssen deswegen oft ganz schön lange Umwege in Kauf nehmen bevor wir unser Ziel erreichen.
Das Erdendasein bringt viele Herausforderungen und schwierige Situationen mit sich, was uns natürlich allen nicht gefällt. Sehen wir diese Probleme aber als Lektionen, anstatt als Mühsal, dann entwickeln wir uns weiter. Je mehr sich das Ego sträubt, umso deutlicher lässt uns die Seele ihren Standpunkt fühlen, was durchaus unangenehm sein kann. Ein Ende mit Schrecken wäre doch einem Schrecken ohne Ende vorzuziehen, oder? Man kann vor sich selbst nicht davonlaufen, und anderen Schlechtes zu wünschen, weil man die vom Ego auferlegten Ziele nicht erreicht hat, wird einem keinen Seelenfrieden bringen. Nehmen wir mit Hilfe unserer Seelenführung die Herausforderung an und werden dadurch weiser, dann lernen wir Selbstwirksamkeit, was auch dem Ego gefällt. Man schlägt also zwei Fliegen mit einer Klappe.
Wir kommen jetzt in eine Zeit, wo das Ego ein bisschen leiser werden darf und wir wieder lernen müssen Vertrauen in eine höhere, wohlwollende Macht zu haben. Der Bewusstseinsaufstieg der Erde bedeutet, dass das Göttliche durch uns wirken darf. Das ist aber nur möglich, wenn wir loslassen, wenn wir aufhören alles kontrollieren zu wollen. Wieder ins Vertrauen zu kommen ist eine große Herausforderung für uns alle, aber ganz langsam wird die innere Unruhe, das Suchen, die Unsicherheit, die Angst wieder zu Vertrauen, zu Liebe werden. Ganz menschlich dürfen wir uns alle mit diesem Prozess auseinandersetzen. Gott sei Dank, sitzen wir alle im gleichen Boot.
Wie immer freue ich mich über eure Kommentare und wünsche euch alles Gute auf eurem Lebensweg. NAMASTE!






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