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Selbstfürsorge

  • 24. Juli
  • 6 Min. Lesezeit

Wenn wir versuchen unser Selbstbewusstsein zu stärken, dann bedeutet das, dass wir lernen müssen uns selbst klarer wahrzunehmen, was ein durchaus herausfordernder Prozess sein kann, weswegen es ganz besonders wichtig ist, dass wir auf uns selbst schauen. Selbstfürsorge sollte ohnehin ein Teil unserer Routine sein wie Zähneputzen oder Autofahren. Der Alltag bringt viele Herausforderungen und Probleme mit sich, die unser gesamtes System in Dysbalance versetzen. Aus diesem Grund ist es so wichtig immer wieder für Ordnung zu sorgen. Würden wir nie unser Heim reinigen, würde es bald sehr chaotisch und verschmutzt sein. Das gleiche passiert mit unserem Körper und unserem Geist. Räumen wir nicht regelmäßig auf, dann wird unser Körper krank, und es fällt uns schwer uns selbst in der Unordnung wiederzufinden.


Warum vernachlässigt die moderne Gesellschaft sich selbst so?

In unserer modernen Gesellschaft ist Müßiggang und nichts tun regelrecht verpönt. Selbst unsere Freizeit verbringen wir damit To-Do-Listen abzuarbeiten oder zumindest mit „geachteten“ Freizeitbeschäftigung, wie gepflegten Konzertbesuchen, von einem Event zum anderen zu hetzen oder Grillpartys/Saufgelage mit unseren „Freunden“. Aber einfach einmal gar nichts tun, ist nicht erlaubt. Den Bienen beim Summen zuschauen, die Regentropfen an der Fensterscheibe bewundern oder dem Gesang des Windes zu lauschen sind keine geduldeten Beschäftigungen, weil sie nicht geschäftig bzw. geschäftstüchtig genug sind. Für diese Art von Vergnügen wird man in unserer Gesellschaft schief angeschaut. Vollkommen zu Unrecht, wie ich finde, denn wir sind keine eindimensionalen, menschengemachten Maschinen, die immer nur Leistung erbringen müssen, immer funktionieren müssen, sondern multidimensionale, spirituelle Wesen, die sich ruhig auch einmal an ihre höheren Aspekte erinnern dürfen. Hätten wir mehr Muße zum Nachdenken, dann würde uns vielleicht sogar die vollkommene Sinnlosigkeit dieses Rattenrennens, das ohnehin keiner gewinnen kann, auffallen.


Was ist Selbstfürsorge?

Die meisten von uns würden behaupten, dass sie gut auf sich selbst achtgeben. Stimmt das aber? Gönnst du dir eine Pause, wenn du erschöpft bist? Gehst du auf’s Klo, wenn du musst? Nimmst du dir Zeit zum Essen oder knurrt dein Magen schon den ganzen Tag vergebens? Jagen dich deine Gedanken wie wilde Affen durch die Gegend? Unterdrückst du deine Gefühle wie ein olympischer Athlet? Sagst du „Ja“, wenn du „Nein“ sagen solltest? Sprichst du deine Wahrheit oder belügst du dich selbst? Hörst du auf die Signale deines Körpers? Ist er am Limit? Kann er nicht mehr? Braucht er Ruhe? Will er endlich schlafen?


Die große Mehrheit von uns hat verlernt auf die Warnsignale des Körpers zu achten. Wir „müssen“ ständig erreichbar sein, ununterbrochen bei irgendetwas mithalten und immerzu Leistung bringen. Der moderne Mensch ist durch andauernde Reizüberflutung so überfordert, dass die eigene Körperwahrnehmung auf der Strecke bleibt. In den meisten Fällen muss der Körper schreien, bevor wir hinhören und dann ist es oftmals schon zu spät.


Der Körper ist die verlässlichste Feedback-Quelle, die wir haben. Er ist der Behälter für unseren Geist, für unsere Gedanken und Gefühle. Durch ihn können wir uns erst selbst erfahren. Er wird wütend, wenn unsere Grenzen überschritten werden. Er hat Angst, wenn wir in Gefahr sind. Er ist hungrig, wenn wir Energie brauchen. Er wird müde, wenn es Zeit ist zum Schlafengehen. Wollen wir uns wirklich unserer selbst bewusst werden, dann müssen wir auch Körperbewusstsein entwickeln. Ist der Körper in Harmonie, dann ist es unser Geist auch. Die Extraportion Eis zur Belohnung am Ende einer auslaugenden und anstrengenden Woche ist bei weitem nicht so effektiv, befriedigend und gesund, wie sein Körperbewusstsein zu trainieren. Selbstfürsorge fängt bei den "kleinen" Dingen an.


Vergiss nicht: Dein Körper ist ein Tempel, keine Müllhalde! Was du ihm nimmst, musst du auch zurückgeben. Die Dosis macht das Gift! Dein Körper ist ein Teil von Mutter Natur und kommt nicht aus irgendeinem chemisch-komischen Labor der Lebensmittelindustrie. Er kann viel Leistung bringen, aber nur in der Ruhe kann er seine Selbstheilungskräfte aktivieren. Balance ist lebenswichtig! (Das meine ich wörtlich!!!)


Auf sich selbst zu schauen bedeutet die eigenen Bedürfnisse zu achten, sich selbst mit Respekt und Fürsorge zu begegnen, sich selbst zu nähren und zu stärken.



Was ist keine Selbstfürsorge?

Alles, was wir tun, um vor uns selbst zu fliehen, ist keine Selbstfürsorge. Alles, was wir tun, um uns innerlich abzuschalten und zu betäuben, ist keine Selbstfürsorge. Alles, was wir tun, um unserem unreifen Ego zu gefallen, ist keine Selbstfürsorge. Alles, was wir tun, um anderen zu gefallen, ist keine Selbstfürsorge. Alles, was wir tun, um uns vom wahren Problem abzulenken, ist keine Selbstfürsorge. Alles, was uns Energie raubt, was uns künstlich erhöht oder erniedrigt, was uns oder anderen schadet, ist keine Selbstfürsorge. Egozentrie und Egoismus sind keine Selbstfürsorge, weil sie unser Herz verschließen.


Diese Bewältigungsstrategien sind höchstens eine Übergangslösung, bis man bereit ist das Problem in Angriff zu nehmen. Ein ganzes Leben sollte man aber nicht auf diese Weise verbringen, denn sonst lebt man an sich selbst vorbei. Leider sind all diese Dinge für die meisten Menschen Normalität. Sei stopfen sich mit ungesundem Essen voll, obwohl ihr Körper jedes Mal protestiert; schlafen zu wenig, weil ihr Körper mit Stresshormonen vollgepumpt ist; geben vor etwas zu sein, was sie nicht sind; stecken in Jobs fest, die sie hassen; leben ein Leben, was sie unglücklich macht und betäuben sich deshalb mit noch mehr ungesundem Essen, Alkohol, Schokolade, Social-Media-Likes oder endlosen sexuellen Abenteuern und dergleichen, was natürlich, alles in allem, furchtbar unbefriedigend ist und nicht unserer göttlichen Natur entspricht.


Wie sieht wirkliche Selbstfürsorge dann aus?

Wirkliche Selbstfürsorge ist eine Lebenseinstellung. Es ist ein gutes Eingestimmt sein auf sich selbst. Praktizieren wir wirkliche Selbstfürsorge, dann nehmen wir alle unsere Bedürfnisse ernst, egal ob sie körperlicher oder seelischer Natur sind. Wie eine liebende Mutter werten, verurteilen oder ignorieren wir sie nicht. Selbst, wenn wir sie nicht gleich stillen können, vergessen wir sie nicht. Im übertragenen Sinne ist Selbstfürsorge sich selbst eine liebende, aufmerksame Mutter zu sein.


Menschen, die so eine Mutter als Kinder hatten, kennen ihre Grenzen, habe keine Angst ihre Meinung zu sagen, missbrauchen sich selbst nicht, haben keine schlechtes Gewissen, wenn sie sich eine Auszeit nehmen oder befürchten, dass sie gefeuert werden, wenn sie einmal krank sind. Es ist ganz normal für sie auf ihr körperliches Wohlbefinden zu achten. Sie sind sich ihrer Gefühle bewusst und schämen sich nicht diese zu zeigen. Sie haben Selbstmitgefühl und machen sich nicht wegen jeder Kleinigkeit fertig. Sie setzen ganz selbstverständlich Grenzen und sagen ohne quälende Selbstzweifel „Nein“, wenn sie etwas nicht tun wollen oder aus irgendeinem Grund nicht können. Sie überfordern sich nicht selbst mit den eigenen viel zu hohen Ansprüchen.


Selbstfürsorge ist der bewusste, liebevolle Umgang mit sich selbst. Haben wir das als Kinder nicht gelernt, dann ist es höchste Zeit, dass wir es jetzt lernen.


Wie kannst du mehr Selbstfürsorge praktizieren?

Ein liebevoller Umgang mit sich selbst kann erlernt werden. Selbstfürsorge, Selbstmitgefühl und Achtsamkeit sind wunderbare Werkzeuge, um die innere Balance zu wahren. Der innere Beobachter ermöglicht uns den gegenwärtigen Moment bewusst und wertfrei wahrzunehmen. Selbstmitgefühl hilft uns Verständnis für uns selbst zu haben, ohne dabei zu tief im Selbstmitleid zu versinken. Selbstfürsorge steigert unser Wohlbefinden und schärft unsere Selbstwahrnehmung.


Habe Geduld: Das Wichtigste ist, dass du immer in deinem Tempo vorgehst. Es gibt hier kein Richtig und kein Falsch. Es ist vollkommen egal, was andere machen. Habe immer Geduld mit und Verständnis für dich selbst. Etwas Neues zu lernen braucht stets ein wenig Zeit. Alte Gewohnheiten können hartnäckig sein, aber du auch. Wenn es einmal nicht so gut klappt oder du deine guten Vorsätze vergisst, kein Problem. Fällst du mal vom Pferd, Krönchen richten, wieder aufsteigen und weitermachen. Jede Veränderung bringt ein gewisses Maß an Chaos mit sich. Das einzig Wichtige ist, dass du das Ziel nicht aus den Augen verlierst. Schließlich führen viele Wege nach Rom und die meisten von uns gehen ein paar Umwege, verlaufen sich auf Irrwegen, marschieren den gleichen alte Trampelpfad noch x-mal entlang oder stecken in irgendeiner Sackgasse fest. Da bist du bei Weitem nicht alleine. Das ist vollkommen menschlich. Du kannst immer wieder neu anfangen.


Lerne dich selbst kennen: Bevor du etwas tust, spüre in dich hinein, wie reagiert dein Körper, was sagen deine Gefühle und deine Gedanken. Hast du ein mulmiges Gefühl? Bekommst du Herzklopfen? Spürst du plötzlich einen Kloss im Hals? Möchtest du am liebsten davonlaufen? Musst du erst darüber nachdenken? Möchtest du jetzt keine Entscheidung treffen? Lerne deine körpereigene Intuition zu nutzen und mit ein bisschen Beharrlichkeit und Mut wirst du dich irgendwann trauen, dein Leben nach ihr auszurichten.


Gönn dir eine Pause: Nimm dir im Laufe des Tages immer wieder ein paar Minuten Zeit für dich. Wie fühlst du dich gerade? Konzentriere dich für einige Augenblicke nur auf dich. Wie geht es dir? Ist alles in Ordnung, ist dir kalt, bist du durstig oder leicht gestresst? Ein guter Weg immer wieder kleinweise Stress abzubauen, um dich wieder zu zentrieren, ist, einfach zwischendurch bewusst lange auszuatmen. Ein bewusst verlängerter Ausatemzug beruhigt das Nervensystem. Wenn du möchtest kannst du auch seufzen oder stöhnen, denn dies sind natürliche Reflexe, die deinem ganzen System guttun und die du mit einer verlängerten Ausatmung kombinieren kannst. Gönn dir mehrmals am Tag einen kurzen Moment, um dich auf dich selbst zu besinnen. So lernst du schrittweise bewusster zu leben.


Meditation 2 Starke Mitte



Wichtiger Hinweis: Bitte achte immer darauf, dass es dir bei allen Übungen und Meditationen gut geht. Im Fall von Trauma und intensiven psychischen Problemen rate ich dir dringend, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das ist keine Schande, sondern ein Zeichen von Selbstfürsorge. Dieser Blogbeitrag ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Diagnose und Behandlung.

 
 
 

Kommentare

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Anna Krall

Willkommen bei GoldenAeon!
Ich hätte da eine Bitte:

Ich freue mich über eure Kommentare und Anregungen, bitte aber um einen respektvollen und höflichen Umgangston. Wer erwartet mit Toleranz behandelt zu werden, sollte sich auch selbst in Toleranz üben. 
Es gibt viele verschiedene Wahrheiten und Überzeugungen, die alle nebeneinander existieren können.

"Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu."

Vielen Dank für dein Verständnis!

DISCLAIMER:
Auf diesem Blog teile ich das, was ich selbst lernen durfte, meine persönliche Meinung sowie meine spirituellen Einsichten.

Die bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und der kollektiven Bewusstseinserweiterung.

BITTE BEACHTE!​

Dieser Blog ersetzt keinen Arzt oder Therapeuten!

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