Wie Dankbarkeit alles verändert!
Aktualisiert: 9. Okt.
Es ist Herbst und schon seit jeher haben sich die Menschen bei Mutter Natur und bei ihrem Schöpfer für die Fülle des Sommers bedankt. Die Bäuche sind voll, die Vorratskammern gefüllt und die Wärme der Sonne schenkt uns noch ein paar Wochen Lebenslust und Leichtherzigkeit, bevor uns die Kälte und die Dunkelheit zur Einkehr einladen. Dann beginnt die Zeit, in der wir uns selbst nähren müssen, denn das energetisierende Licht der Sonne wird von Tag zu Tag weniger.
Ist es nicht ein Wunder? Wer auch immer uns erschaffen hat, hat dafür gesorgt, dass wir auch in lichtarmen Zeiten überleben – ja sogar durch unser inneres Licht ein erweitertes Bewusstsein erlangen können. Diese Rückbesinnung auf das Wesentliche, wenn die Fülle des Sommers vorbei und nur mehr das Notwendigste vorhanden ist, verbindet uns mit der Stille in und um uns, wo wir fern aller Geschäftigkeit des Sommers Zeit haben, in uns zu gehen. In dieser kostbaren Stille werden uns all die Dinge bewusst, für die wir tiefe Dankbarkeit empfinden dürfen. Die Kargheit des Winters macht uns die Fülle des Sommers erst bewusst.
„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ Sprichwort
Dankbarkeit ist eine Superkraft!
Nicht umsonst hört man immer wieder, dass Dankbarkeit eine Superkraft ist. Dankbarkeit lenkt unseren Fokus auf die Fülle, anstatt auf den Mangel. Wir nehmen dann bewusst wahr, was wir können, anstatt was wir nicht können. Wir sind dankbar für das, was wir haben, anstatt uns zu beklagen über das, was uns fehlt. Wir haben Wertschätzung für das, was wir geschafft haben, anstatt uns fertig zu machen für das, was uns misslungen ist. Dankbarkeit ist das Vergrößerungsglas für all das Gute in unserem Leben, das wir nur allzu oft vergessen oder übersehen.
Dankbarkeit trainiert unser Gehirn aktiv darauf, die Welt positiver und wohlwollender wahrzunehmen. Diesen Effekt verdanken wir der sogenannten Neuroplastizität – der Fähigkeit des Gehirns, sich durch regelmäßige Wiederholung neu zu vernetzen. Durch gezielten Fokus auf das Gute überschreiben wir den eingebauten „Negativitäts-Bias“ des Gehirns, der evolutionär bedingt natürlich eher auf Gefahren, Probleme und Bedrohungen ausgerichtet ist, um unser physisches Überleben zu sichern.
Viel zu oft klagen, jammern und neiden wir anderen ihr Glück, anstatt den Segen in unserem eigenen Leben wahrzunehmen. Der Mensch gewöhnt sich schnell an positive Lebensumstände und vieles wird als selbstverständlich erachtet. In einer Welt, die von Narzissmus und Egoismus geprägt ist, spielt Dankbarkeit im Vergleich zu Entitlement (Anspruchsdenken) eine untergeordnete Rolle. Entitlement ist die feste Überzeugung, dass einem die Welt etwas schuldet, dass man grundlegend mehr Rechte, Privilegien oder Sonderbehandlungen als andere verdient und weil man mehr wert und wichtiger ist als alle anderen, haben gefälligst alle Folge zu leisten. Dankbarkeit braucht man in diesem Fall auch keine zu erwarten, denn das Geschenk einer herzlichen Geste wird als Selbstverständlichkeit angesehen. Tja, Undank ist der Welten Lohn.
Dankbarkeit ist eine Herzensgefühl!
Anders als Entitelment oder Opferdenken, was beides unser Herz verschließt, öffnet das Gefühl von echter Dankbarkeit es weit. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Dankbarkeit die Ausschüttung von Glückshormonen wie Dopamin oder Serotonin anregt, weil sich unser Nervensystem durch Dankbarkeit sicher fühlt und beruhigt. Dankbarkeit ist ein Körpergefühl und keine rein ideelle Vorstellung. Nach dem HeartMath-Institut verändert Dankbarkeit unsere gesamte Biologie positiv. Unser ganzes System wird durch echte Dankbarkeit kohärent. Diese innere Harmonie hat nicht nur einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit, sondern auf alle Bereiche unseres Lebens.
Dankbarkeit fördert außerdem die zwischenmenschliche Verbundenheit und stärkt unsere Beziehungen, weil uns ein offenes Herz ermöglicht mit anderen mitzufühlen und auf sie einzugehen. Eine Kommunikation auf Herzebene hat eine ganz andere Qualität als eine auf Ego-Ebene. Eine Verbindung von Herzen zu Herzen bewirkt, dass wir uns gesehen, gehört, verstanden und angenommen fühlen. Dadurch wird das menschliche Urbedürfnis der Zugehörigkeit gestillt.
Jammern verboten?
Selbstmitleid, Jammern und Beklagen gehören zum Leben genauso wie Freude, Spaß und Lebenslust. Es sind ganz normale, menschliche Regungen, die wir manchmal einfach empfinden. Beklagen und Schimpfen haben durchaus eine heilsame Wirkung auf unseren Körper, wenn sie dazu dienen, uns emotional zu entlasten. Machen wir uns Luft, wirkt das befreiend und ausgleichend auf allen Ebenen unseres Seins. Stecken wir allerdings in der Opferrolle fest und jammern um des Jammerns willen, dann schaden wir uns selbst am meisten.
Dankbarkeit ist eine Lebenseinstellung!
In unserer modernen Gesellschaft sind wir auf sofortige Bedürfnisbefriedigung geeicht. Wir wollen alles, und zwar jetzt – besser noch gestern. Sind wir hungrig, greifen wir zu Fertigprodukten. Sofortige, kurzfristige Vergnügen wie zwanghaftes Kontrollieren des Handys oder impulsive Einkäufe, geben uns einen schnellen Dopaminkick, der aber nicht lange anhält. Die Sucht ist eben immer auf der Suche nach dem nächsten Kick!
Wir erwarten, dass Dankbarkeit die gleiche Wirkung hat wie eine chemisch-komische Arznei der Pharmariesen. Dankbarkeit ist aber vielmehr eine innere Haltung sowie eine langfristige Entscheidung, deren sanfte Wirkung uns hilft dem Auf und Ab des Lebens mit mehr innerer Ruhe und Sicherheit zu begegnen. Außerdem hat Dankbarkeit keine krankmachenden Nebenwirkungen, sondern einen durchwegs positiven Einfluss auf alle Ebenen unseres Seins. Ehrliche Dankbarkeit ist ein Gefühl, dass aus der Liebe unseres Herzens und nicht aus der Angst unseres Egos kommt.
Dankbarkeit hilft uns das Schöne im Leben bewusst wahrzunehmen, anzuerkennen und anzunehmen. Durch Dankbarkeit wird das Leben erst reich und lebenswert. Sie hilft uns selbstwirksam zu agieren, weil wir durch sie unsere Macht nicht auslagern. Sind wir dankbar für alles, auch für die schweren Lektionen, die uns stärker und weiser machen, dann sehen wir den Silberstreifen am Horizont, anstatt keinen Ausweg. Dankbarkeit ist die Wegbereiterin für wahre Zufriedenheit.
„Dankbarkeit ist nicht nur die größte aller Tugenden, sondern die Mutter aller anderen.“ Marcus Tullius Cicero
So wird Dankbarkeit zur Gewohnheit!
Es gibt viele Tipps und Ratschläge, wie man dankbarer wird. Sie reichen vom Dankbarkeitstagebuch über Dankbarkeits-Apps bis hin zu Bohnen in der Hosentasche. Jedes Mal, wenn etwas Gutes passiert, wandert eine von ihnen in die andere Hosentasche. Abends kannst du die Bohnen zählen und dich an die schönen Dinge erinnern, die du tagsüber erleben durftest – vielleicht solltest du dir auch schon mal eine gute Ausrede parat legen, falls du die Bohnen versehentlich beim Teammeeting vor versammelter Mannschaft ausleerst. Es ist im Prinzip egal, ob du dir in deiner Mittagspause Zeit nimmst, um aufzuschreiben, wofür du dankbar bist, ob du es in dein Abendgebet einbaust, es beim morgendlichen Zähneputzen lächelnd zu deinem Spiegelbild sagst oder dir deinen Glücksstein auf den Schreibtisch legst, um dich den ganzen Tag über daran zu erinnern, dankbar zu sein. Kreiere dein eigenes kleines Ritual, das für dich machbar und realistisch ist, damit du die Superkraft Dankbarkeit für dich nutzen kannst.
Fühlen statt denken! - Am wichtigsten ist aber, dass man die Dankbarkeit wirklich im Herzen spürt und nicht nur einfach unbeteiligt eine Dankbarkeitsliste herunterleiert, wie eine nervige Strafaufgabe. Wir profitieren von Dankbarkeit vor allem dann tiefgreifend, wenn wir sie auch wirklich authentisch fühlen, weil nur eine echte emotionale Erfahrungen Einfluss auf unsere Körperbiologie und unser Nervensystem haben. Welches Ritual auch immer du für dich ersinnst, nimm dir ein paar Minuten Zeit, um die Dankbarkeit für die großen und kleinen Dinge in deinem Leben auch wirklich zu spüren. Nur dann kann die Dankbarkeit ihren Zauber wirken und dein Leben vollkommen verändern.
Zeit für die praktische Erfahrung:
Herbst-Fülle - In 3 Schritten zu tiefer Dankbarkeit!
Meditation 1
Dankbarkeit im Alltag
Diese 5-minütige Meditation ist als ein kurzer Dankbarkeits-Anker für zwischendurch gedacht, wenn du dich schnell zentrieren oder deinen Fokus wechseln möchtest. Für diese Meditation brauchst du keine aufwendigen Vorbereitungen. Du kannst sie mit offenen oder geschlossenen Augen einfach an deinem Schreibtisch machen.
Meditation 2
Dankbarkeit für dich Diese 15-minütige Meditation ist dazu gedacht, dir deine ganz persönliche Dankbarkeitserfahrung zu ermöglichen. Hier geht es ganz um dich, deinen Körper, dein Leben und deine Erfolge. Nimm dir bewusst Zeit für dich und schenke dir wertvolle Me-Time, um von der positiven Energie der Dankbarkeit zu profitieren.
Meditation 3
Dankbarkeit für die Seele
Diese 30-minütige Meditation verbindet dich mit der universellen Kraft der Dankbarkeit. Wir werden dein Herzchakra aktivieren, um dich in tiefer Dankbarkeit mit deiner Seele zu verbinden. So können wir uns in die heilenden und einenden Energien der Ganzheit und Fülle einklinken. Dankbarkeit öffnet dein Herz für die universelle und bedingungslose Liebe.
Wichtiger Hinweis: Bitte achte immer darauf, dass es dir bei allen Übungen und Meditationen gut geht. Im Fall von Trauma und intensiven psychischen Problemen rate ich dir dringend, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das ist keine Schande, sondern ein Zeichen von Selbstfürsorge. Dieser Blogbeitrag ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Diagnose und Behandlung.






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